Gegründet wurde das Union-Theater am 21. November 1892 als Unterabteilung (Dramatische Abteilung) der „UNION von 1801“ (kaufmännischer Verein).

Herren-Abende (1892-1909)

Die ersten „Inszenierungen“ des Union-Theaters waren sogenannte „Herren-Abende“. Hier war der kaufmännische Nachwuchs präsent, der zum Großen Teil Mitglied in der UNION war. Es gehörte zur Fortbildung und Karriere, sich auch in anderen Städten und im Ausland zu bewähren, und somit war das Theater ständig auf der Suche nach neuen Akteuren. Sie sollten möglichst schauspielerisches Talent haben, um auch die Stiftungsfeste und Herrenabende zu gestalten. Die Darbietungen waren auf Varieté eingestellt, aber auch Bauchredner, Jongleure, Coupletsänger und Tierbändiger gaben Kostproben ihres Könnens. Es engagierten sich ausschließlich Herren - Damen hatten zu dieser Zeit auf der Bühne noch keinen Zutritt. Weibliche Rollen wurden von den Darstellern übernommen.

Für die Herrenabende hatten sich die Vortragenden prächtige, wohlklingende Künstlernamen zugelegt, wie z. B. Stanislaus Romelly oder Francesco Rudini - aber auch die Familie und der Beruf waren Anlass für Eigennamen, so z. B. bei Paul Haftpflicht und Heini Beefsteak.

Theater-Abende (1909-1945)

Aus den Herrenabenden wurden erst Theaterabende als auch Damen Zugang zur Bühne hatten. Eine Mitgliedschaft konnten sie aber erst ab 1938 beantragen.

Außerdem wirkte das Union-Theater auch auf Stiftungsfesten und bunten Programmen mit. Einakter und solistische Darbietungen gehörten zum Repertoire. Meistens gab es nur eine Premiere im großen Saal der Union, aber keine weiteren Vorstellungen.

Übrigens: Auch die „Großen“ haben mal „klein“ beim UNION-Theater angefangen. Zum Beispiel Hans-Joachim Kulenkampf, der 1940 in dem Schwank „Der Hochzeitstag“ auf der Bühne stand.

Höhepunkte des sozialen Engagements des UNION-Theaters waren seit 1914 bis in die Gegenwart die „Lichten Sonntage“, Veranstaltungen, die meistens an sonntäglichen Nachmittagen, für ältere Mitbürger organisiert wurden.

...sowie von 1950-1975...

Als der Krieg vorbei war, spielte das Union-Theater, wo es Gelegenheit gab: in Krankenhäusern, Altenheimen, Flüchtlingslagern und bei Vereinen. Der Lohn war Applaus aber oft auch eine Stulle oder Bratkartoffeln mit Spiegelei. 1948 war man beim Union-Theater wieder abendfüllend auf den Brettern, allerdings musste die US-Besatzung die Aufführungen genehmigen.

Gespielt wurde in den ersten Nachkriegsjahren auch in der Oberschule Dechanatstraße.- fünf Abende die Woche. Anschließend trafen sich die Mitglieder und Schauspieler zum Stammtisch im Concordenhaus, wo sie weitere Termine und Aufführungen besprachen. 1967 befand sich die UNION-Bühne im Bremer Westen - im Festsaal des Gymnasiums Waller Ring.

1978 erhielt die Dramatische Abteilung im Artikel eines Redakteurs und Kritikers des „Weser Kurier“ einen neuen Namen: UNION-THEATER. Diese Idee wurde dann von den Theater-Mitgliedern übernommen. Mit der zunehmenden Zuschauernachfrage steigt auch die Anzahl der Vorstellungen.

und seit 1975

Mit den Inszenierungen in den Kammerspielen ab 1985 setzte das Union-Theater neue Akzente. Obwohl es dort nur drei Jahre spielte, war es für die Akteure ein wunderbares “Theatergefühl“. Unvergessen bleibt auch die gute Partnerschaft mit der Shakespeare-Company. Nach einigen Aufführungen in der Glocke gastiert das UNION-Theater seit Mitte der 90er Jahre im Packhaustheater im Schnoor. Gastspiele gab das Ensemble auch auf dem Theaterschiff oder im Kulturzentrum Gut Sandbeck in Osterholz-Scharmbeck.